10 Tipps für bessere Food Fotos mit dem Smartphone

Kurze Zusammenfassung:

  • bringe die verfügbaren Requisiten mit ins Spiel
  • verwende negativen Raum für ein natürlicheres Setting
  • natürliches Licht (oder ein kleines portables Kunstlicht) ist ein Muss
  • nutze niemals, also niemals den Blitz deines Smartphones

Wir alle haben schon so richtig schlechte Foodfotos gesehen (oder sogar gepostet). Wenn ich auf den Social-Media-Channels von Restaurants, kleinen neuen Eckläden, Foodtrucks und co. schlechte Foodfotos sehe, frage ich mich immer nur: Warum? Warum verschreckt ihr eure potentiellen Kunden mit solch schrecklichen Fotos, wenn euer Essen doch in Echt so viel geiler aussieht?

Vom Blitz, der vom Teller in einem dunklen Restaurant undefiniert reflektiert, über schlecht komponierte Fotos, die durch schlechte Filter zu noch schlimmeren Fotos wurden - gute Fotografie mit dem Smartphone ist zu einer immer größeren Kunst geworden und gerade auf Plattformen wie Instagram besteht ein großer Qualitätsanspruch. Da ich allzu häufig schon selbst schlechte Food Fotos gesehen und ja auch selbst gemacht habe, gebe ich hier einige einfache Tipps, die für sich schon einen gewaltigen Unterschied machen können. Lasst uns also mit diesen 10 Tipps aus unseren amateurhaften Schnappschüssen richtig gute Fotos machen!

Verwende den Belichtungs-Slider

Eine Funktion, die ich selbst erst recht spät kennengelernt habe… Aber wusstest du, dass du die Belichtung an deinem Smartphone “fast” wie an einer DSLR Kamera einstellen kannst? Wenn du deine Kameraapp geöffnet hast und per Fingertip dein Motiv fokussiert, erscheint ein kleines Symbol mit einer Sonne. Wenn du nun mit dem Finger entlang der erschienenen Leiste nach oben oder unten slidest, kannst du die Belichtung deines Bildes steuern, bevor du das Foto machst.

Screenshot von iPhone 8 mit Raster und Belichtungsslider
Screenshot von iPhone 8 mit Raster und Belichtungsslider

Zoome nicht automatisch

Wenn du ein Detail des Motives hervorheben willst, dann solltest du physikalisch einen Schritt näher heranrücken anstatt von digital zu zoomen. Dies gilt generell für jedes Handyfoto. Digitaler Zoom reduziert die Qualität deiner Fotos und verpixelt sie. Besser ist es, wenn du das Foto im Anschluss erst zurecht schneidest.

Kenne die üblichen Winkel

Grundsätzlich gibt es zwei klassische Winkel für deine Fotos. Entweder aus der Augenhöhe bzw. leicht darunter oder Vogelperspektive. Wenn du das Foto aus der Vogelperspektive machst, kannst du leicht das gesamte Ensemble eines Tisches einfangen (Nur ist es generell schwierig immer eine Leiter mit zum Abendessen im Restaurant mitzunehmen). Eine Nahaufnahme wiederum bietet im Vergleich viel stärker die Möglichkeit auf Textur, Konsistenz, Detail und Farbe hinzuweisen.


Nutze am besten natürliches Licht

Für Food Fotografie ist natürliches Tageslicht Licht am besten. Wenn du ein Fenster zu Verfügung hast, dann nutze das Licht, das du dort bekommst. Wenn du wiederum nur von Fenstern umgeben bist, wird dein Foto ausgewaschen. Für ein gutes Foto brauchst du also sowohl Licht als auch Schatten, erst dann erhältst du gute Kontraste und Texturen. Wenn du dich in einem Restaurant mit sehr gedimmten Licht wiederfindest, kannst du entweder ein Aufstecklicht dabei haben (eine Empfehlung habe ich hier), oder aber deine Freunde /Instagram Friend mit einbinden und ihr Handylicht zur Beleuchtung verwenden. Nenne sie dann einfach Lichtsetzender Assistent.. dann kommen Sie sich vllt weniger dumm vor. Das beste Licht kommt von der Seite und nicht von oben oder hinter dem eigentlichen Motiv. Egal was du tust, nutze keinen Blitz. Es zerstört dein Bild und lässt das noch so schöne Essen eklig? unansehnlich aussehen.

Mach viele Fotos

Rücke den Teller umher, platziere die Requisiten um und probiere verschiedene Winkel usw. Mach besser 25 Fotos, lösch 24 davon und hab 1 geniales dabei als nur ein bis zwei bescheidene erstellt zu haben. Die Wahl zu haben ist dann eine angenehme Situation.

Nutze negativen Raum

Halte Abstand. Fühle dich nicht gezwungen, dass dein Motiv immer den gesamten Bildraum benötigt. Spiele mit Zwischenräumen, die eine Bühne für dein Motiv bilden. Wenn du einen einfach Hintergrund hast, dann platziere dein Motiv davor. Gib deinem Motiv auch Raum, entdeckt zu werden.

Bringe die Deko ins Spiel

Wenn du wie ein Foodstylist denken willst, dann bring andere Details mit ins Bild. Sei es gut aussehendes Besteck, eine saubere Stoffserviette, Salz & Pfefferstreuer, Gewürze - mach dein Bild interessanter. Du willst ja nicht nur ein Foto deines Essens machen, sondern du willst den Moment und das Gefühl des Essen festhalten und für den Betrachter wiederzuerwecken. Requisiten helfen dir, eine Geschichte zu erzählen.  


Zögere nicht, auch Menschen mit in deine Fotos zu bringen.

Wir fotografieren hier ja von der Einordnung her Stillleben. Oft haben wir dabei ja Glück, denn unser Motiv läuft ja nicht weg (abgesehen davon, wir fotografieren dieses komische Tentakelessen...). Aber manchmal wird ein Foto erst durch das Einfangen eines Momentes und einer Emotion so richtig gut. Du willst die Fotos zum Leben erwecken? Bring Menschen ins Spiel. Eine Hand, die eine Tasse Kaffee fasst, zwei Glas Bier, die anstoßen oder Leute, die während des Essens interagieren - manchmal macht dies den entscheidenden Unterschied. Ein Trend ist dabei “Dark Mood Fotografie”: lass Leute mit gedeckten Farben das Gericht halten oder damit interagieren, Grau, Schwarz, Braun allesamt Farben, die wiederum nicht vom eigentlichen Motiv ablenken oder es gerade erst in den Fokus rücken.


Bearbeite deine Fotos im Anschluss

Ich empfehle dir, im Anschluss nicht nur die eigentliche Fotoapp zum Bearbeiten zu nutzen. Aktuell habe ich VSCO, Snapseed, Lightroom und PS Express auf meinem Smartphone und teste immer mal wieder an meinem Workflow herum. Mit der anschließenden Bearbeitung kannst du deinen persönlichen Stil noch besser durchsetzen, Farbliche Wiedererkennung schaffen und noch mehr aus deinem Bild herausholen. Manchmal kannst du selbst aus scheinbar hässlichen Fotos noch etwas zaubern.

Das waren meine 10 Tipps für bessere Footfotos mit dem Handy. Egal ob Apple, Android oder anderes Gerät, wenn du dir ein paar Hinweise bei deinem nächsten Shot mitnimmst, kannst du so einiges herausholen!

 

Wenn du möchtest, kannst du gern dein nächstes Foodfoto mit dem #robinsfoodfotografie versehen und posten. Ich freue mich auf eure Bilder: